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Brasilien: Infrastruktur auf der Reservebank? O-Ton Eleonora Rabello

Die WM in Brasilien ist ein Millionengeschäft – auch für die Baubranche. Die WM-Städte putzen sich heraus, es fließt viel Geld in Stadien, neue Straßen, saubere Strände. Für vier Wochen im Juni und Juli möchte sich das größte lateinamerikanische Land von seiner besten Seite zeigen. Doch viele Menschen in den WM-Städten finden das ungerecht: Auch sie fordern „Infrastruktur“ – denn sie warten seit Jahren vergeblich auf Schulen, Krankenhäuser, einen funktionierenden öffentlichen Nahverkehr und eine Wasserversorgung. Und nicht nur das: Sie fordern, dass die Menschen in Brasilien nicht unter dem Sportspektakel leiden, sondern nachhaltig davon profitieren.

02:25 | 15.04.2014

"Ich bin Eleonora Rabello, Baianerin, Brasilianerin. Ich bin Koordinatorin von CRIA, dem Ganzheitlichen Referenzzentrum für Jugendliche.

Wir sind nicht gegen die Weltmeisterschaft. Wir sind gegen die Art und Weise, mit der die Weltmeisterschaft nach Brasilien kommt. Einerseits ist es eine Freude. Die Brasilianer mögen Fußball, ich mag Fußball. Nur…es gab große Erwartungen seitens der Brasilianer, dass das Geld für die Infrastruktur zur Ausrichtung dieses Großereignisses sinnvoll und nachhaltig verwendet wird und dass wir mit diesen Mitteln wirklich die Lebensqualität der brasilianischen Bevölkerung verbessern. Bis jetzt ist dies nicht der Fall.

Wir wissen, dass viel Geld aus der öffentlichen Hand zur Verfügung steht und dass ein Großteil dieses Geldes für die großen Stadien verwendet wird, was nicht dem Wunsch der gesamten Bevölkerung entspricht – nicht jeder mag Fußball. Wir haben große strukturelle und soziale Probleme. Die hätten bearbeitet werden müssen, bevor man dieses Event ausrichtet.

Kommen Sie zur WM, seien Sie willkommen, aber vergessen Sie nicht, dass Sie in ein Land kommen, das viele Probleme hat – auch wenn es für die WM Infrastruktur geschaffen hat, wenn auch eine künstliche, nur für dieses Event.

Wir von CRIA, die wir für den Schutz der Kinder und Jugendlichen arbeiten, haben eine große Sorge: Bei der Vorbereitung auf die WM hat dieses Land nicht an die Kinder und Jugendliche gedacht. Es geht um einen Prozess, um die Kinder zu schützen. Die WM ist ein Ereignis, das den ganzen Zeitplan ändert, einschließlich des Schulkalenders, und es gibt keine Vorkehrungen, damit Kinder und Jugendliche nicht darunter leiden."

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Autor: Brot für die Welt/Niko Wald
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